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Kolumne "Hinter der Fassade" - 5/2011

Menschen und Fehler.

Wenn es im Baugewerbe so etwas wie einen Grammy oder einen Oscar geben würde, dann wäre ich dafür eine Kategorie für das Unwort dieser Branche mit aufzunehmen. Mein persönlicher Favorit ist das Wort „Mangel“.

Ein Wort wie kein anderes, das das Unschöne und Unerwünschte in sich vereint. Ich habe noch nie erlebt, dass einer unserer Mitarbeiter, Bauleiter oder Partner mit afrikanischen Freudentänzen reagiert, sobald dieses Wort im Raum steht. Im Gegenteil, eher kann man in den Augen sehr oft Traurigkeit, Enttäuschung, manchmal sogar Verzweiflung sehen. Weil man etwas nicht erkannt, übersehen, einfach vergessen hat. Gerade weil man sich so sehr darauf konzentriert hat, ist ein Fehler passiert und dann steht er plötzlich Raum – der Mangel. Vielleicht kommt ja auch daher das Sprichwort „jemanden in die Mangel nehmen“. Nett ist das nicht.

Doch ist ein Mangel wirklich immer etwas so Negatives? Betrachten wir es einmal realistisch. Keine andere mir bekannte Branche arbeitet so transparent wie die unsere. Stellen Sie sich bildlich vor, aus wie vielen Tausend Einzelteilen ein Einfamilienhaus besteht. Ich habe es versucht. Wenn man die einzelnen Teile sorgfältig nebeneinander legt, würde die Hälfte eines Fußballfeldes gerade so ausreichen. Diese werden in Handarbeit und unter den kritischen Augen unserer Bauherren, und anderer fachkundiger Experten zu einem Ganzen zusammengefügt. Jeder sieht alles – jeder Fehler, jeder Handgriff und alle Abläufe werden beobachtet, bewertet und geprüft. Mehr Transparenz, mehr Offenheit, mehr Fairness geht nicht, und bei vielen anderen Produkten würde ich persönlich lieber gar nicht SO genau wissen wollen, wie sie entstehen und aus was sie bestehen.

Doch zurück zu unserem Unwort. „Mangel“ bedeutet so viel wie Fehlerhaftigkeit, also Fehler. Das klingt übrigens auch irgendwie treffender, weil menschlicher, finden Sie nicht auch?

Fragen wir uns manchmal, wie Fehler entstehen?
Fehler entstehen immer dort, wo Menschen aktiv beteiligt sind. Wer nichts macht, macht nichts falsch. Fehler sind also etwas völlig Normales und gar nicht so „abweichend von der Norm“, wie viele denken.
Es ist im Grunde etwas Gutes, dass wir auch Fehler machen dürfen. Wir können daraus lernen. Fehler oder Mängel haben nicht nur etwas Negatives. Sie lassen uns die nötigen Erfahrungen sammeln, die Dinge zukünftig besser zu machen. Die Frage ist, wie wir damit umgehen, und was wir tun um die Fehlerquote so gering wie möglich zu halten.

Das Thema Qualitätsmanagement ist bei Elbe-Haus® deswegen immens wichtig. Dabei sind alle Mitarbeiter und Partner eingebunden. Es betrifft unter anderem die organisatorischen Abläufe, die garantieren sollen, dass das Besprochene auch umgesetzt wird. Dazu gehören eine intensive Bauüberwachung durch die Bauleitung, die Sachverständigen der DEKRA und der Einsatz qualifizierter Handwerker. Darüber hinaus beginnen wir in diesem Jahr mit einer breitgefächerten Handwerkerzertifizierung. Wir haben seit diesem Jahr Sonderfachleute in die Beratung, Umsetzung und Kontrolle in unser System integriert. Wir führen 12 Monate nach Fertigstellung einen Gebäudecheck, also eine Art „große Durchsicht am Haus“ durch. Das sind nur einige von vielen Maßnahmen.

Wir wissen, dass nichts vollkommen ist. Das Streben danach macht aus meiner Sicht den Unterschied, denn das tun wir als Unternehmen täglich und stündlich. Wir hoffen, unsere Bauherren, Mitarbeiter und Partner wissen das zu schätzen.

Immer wieder

Ihr Hendrik Rößler